Im Falle von Else H. hieß das, während ihres Klinikaufenthalts das Vertrauen in die eigene Kraft zurückzugewinnen, eine antidepressive Medikation verbessern und in der Psychotherapie lernen, dass es auch bei erheblichen Lebenseinschränkungen durch die chronische Erkrankung möglich ist, bewusst und aktiv zu handeln, Probleme zu lösen, Stress zu reduzieren und mit Achtsamkeit bewältigen lernen – sich so Schritt für Schritt mehr Lebensqualität zu erarbeiten. “Das wichtigste Ziel ist, dass ich meine Sichtweise verändere. Statt: viele Dinge funktionieren nicht wegen des Diabetes, zu: ganz viele Dinge sind trotz meines Diabetes möglich – das befreit”, so das Fazit.
Menschen mit Diabetes erkranken deutlich häufiger an Depressionen und Ängsten als die Normalbevölkerung. Oft bleibt die Depression jedoch unerkannt oder wird nicht ausreichend behandelt. Das hat Folgen für beide Erkrankungen: Eine unbehandelte Depression erschwert die Blutzuckerkontrolle und kann die Lebenserwartung wesentlich verkürzen. Umgekehrt hilft eine gute Depressionsbehandlung dabei, den Diabetes besser in den Griff zu bekommen.