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  • Winterdepression – Wenn aus einem Winterblues eine regelrechte Depression wird

    Vom harmlosen Winterblues bis zur behandlungsbedürftigen Winterdepression: In Deutschland erkranken schätzungsweise 10 bis 20 Prozent der Erwachsenen an einer milden und weitere 5 Prozent an einer schweren Form, im Schnitt erstmals im Alter von 23 Jahren. Hier erfahren Sie, wie Sie beide voneinander unterscheiden und wie eine echte Winterdepression behandelt wird.

    Anzeichen einer Winterdepression

    Woran Sie eine Winterdepression von Winterblues und klassischer Depression unterscheiden

    Atypische Symptome: was für eine Winterdepression spricht
    Anders als bei einer klassischen Depression zeigen sich bei einer Winterdepression häufig „atypische" Symptome: ein erhöhtes Schlafbedürfnis, Heißhunger-Attacken auf Kohlenhydrate, eine damit verbundene Gewichtszunahme sowie eine erhaltene Schwingungsfähigkeit, also die Fähigkeit, sich trotz der gedrückten Stimmung noch über schöne Momente freuen zu können.
    Winterblues: die mildere Verwandte der Winterdepression
    Vom Winterblues sind schätzungsweise 24 Prozent der Bevölkerung betroffen. Die Symptomatik ist dabei deutlich geringer ausgeprägt als bei einer Winterdepression: Es treten tageweise wetter-, licht- und saisonabhängige Stimmungsschwankungen auf, die nicht durchgehend sind und in der Regel maximal zwei Wochen andauern. Eine Behandlung ist dabei nicht erforderlich.
    Winterdepression: die wichtigsten Unterschiede zur klassischen Depression
    Die klassische Depression zeigt sich vor allem durch eine tiefe, ununterbrochene Niedergeschlagenheit, einen Mangel an Interesse an sozialen Kontakten und Hobbys sowie Antriebslosigkeit und innere Leere, begleitet von ständiger Müdigkeit. Statt der für die Winterdepression typischen Heißhungerattacken kommt es dabei eher zu Appetitverlust mit möglichem Gewichtsverlust, und statt eines erhöhten Schlafbedürfnisses treten verschiedene Formen von Schlafproblemen auf.
    Mann steht angelehnt an einem Baum und lächelt

    Unsere Kliniken für Winterdepression in Deutschland

    In diesen Kliniken behandeln wir Winterdepression auf höchstem Niveau:

    Standorttyp

    Was ist eine Winterdepression?

    Definition, Formen und Verbreitung

    Definition der Winterdepression
    Die Winterdepression ist die häufigste Form der saisonal-abhängigen Depression und tritt mit dem Wechsel in die dunkle und kalte Jahreszeit auf, meist zwischen September und April. Anders als eine einmalige depressive Episode kehrt sie typischerweise jeden Winter wieder und klingt im Frühling oder Sommer von selbst vollständig ab.
    Wie häufig ist eine Winterdepression in Deutschland?
    In Deutschland wird angenommen, dass 10 bis 20 Prozent der erwachsenen Bevölkerung an einer milden Winterdepression erkranken, weitere 5 Prozent an einer schweren. Das durchschnittliche Alter bei Beginn der Erkrankung liegt bei 23 Jahren, grundsätzlich können aber Menschen jeden Alters betroffen sein.

    Therapien

    Behandlung der Winterdepression

    Winterdepression lässt sich in der Regel gut behandeln. Im Zentrum der Behandlung steht dabei meist die Lichttherapie, je nach Schweregrad in Kombination mit Psychotherapie, Medikamenten oder pflanzlichen Präparaten.

    Lichttherapie, Medikamente und Psychotherapie gegen Winterdepression

    Bei leichter bis mittelschwerer Winterdepression kommt vor allem die Lichttherapie zum Einsatz. Bei einer schweren Winterdepression wird zusätzlich eine Psychopharmakatherapie, meist mit einem Antidepressivum der Gruppe SSRI, sowie Psychotherapie eingesetzt. Betroffene können selbst ebenfalls zur Besserung beitragen, indem sie sich so oft wie möglich dem Tageslicht aussetzen: Radfahren, Joggen und Spazierengehen helfen dabei, den Kreislauf in Schwung zu bringen und Licht zu tanken.

    Nächster Schritt

    Jedes Jahr zur gleichen Zeit erschöpft?

    Wer jedes Jahr im Herbst dieselben Beschwerden bemerkt, muss nicht warten, bis daraus eine chronische Depression wird. Unser Team berät Sie unverbindlich zu den nächsten Schritten.

    Wer ist von Winterdepression besonders gefährdet?

    Risikofaktoren speziell bei der Winterdepression

    Frauen deutlich häufiger von Winterdepression betroffen
    Frauen sind statistisch drei- bis viermal häufiger von einer Winterdepression betroffen als Männer.
    Winterdepression beginnt meist im jungen Erwachsenenalter
    Das durchschnittliche Alter bei Beginn der Erkrankung liegt bei 23 Jahren. Das höchste Risiko weisen junge Erwachsene auf, grundsätzlich können aber auch Kinder, Jugendliche und ältere Menschen an einer Winterdepression erkranken.

    Fragen und Antworten

    Weitere Informationen zur Winterdepression

    Wie äußert sich eine Winterdepression im Alltag?

    Unser Patient Simon Müller, 35, bemerkte die ersten depressiven Episoden mit 26 Jahren: Jedes Jahr zwischen September und Oktober wurde er antriebslos, mied Arbeit und soziale Kontakte, schlief trotz mindestens zehn Stunden Schlaf weiterhin müde und hatte tagsüber Heißhunger auf Kohlenhydrate, verbunden mit Gewichtszunahme. Erst in der Oberberg Rhein-Jura Klinik wurde nach Ausschluss anderer Krankheiten eine Winterdepression diagnostiziert.

    Wie schnell wirkt eine Lichttherapie bei Winterdepression?

    Bei unserem Patienten Simon Müller zeigte sich der positive Effekt schnell: Zehn Tage lang erhielt er morgens nach dem Aufstehen eine 30-minütige Lichttherapie mit mindestens 10.000 Lux. Bereits nach sechs Tagen besserten sich Sorgen und Niedergeschlagenheit deutlich, er verspürte mehr Lust auf Aktivität. Etwas mehr als zwei Wochen nach Therapiebeginn war er symptomfrei.

    Ist die Behandlung einer Winterdepression mit Johanniskraut möglich?

    Die Heilpflanze Johanniskraut (Hypericum perforatum L.) wird in der traditionellen chinesischen Medizin und mittlerweile auch in Europa gegen Depressionen eingesetzt. Eine Auswertung von 27 Studien aus dem Jahr 2017 fand einen wirksamen Effekt bei leichten bis mittelschweren Depressionen, vergleichbar mit einem klassischen Antidepressivum. Zusätzlich steigert Johanniskraut die Lichtempfindlichkeit, was bei einer Lichttherapie von Vorteil sein kann. Es ist rezeptpflichtig, eine ärztliche Absprache wegen möglicher Wechselwirkungen ist sinnvoll.

    Quellen

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    Wirz-Justice, A. & Bromundt, V. (2013). Lichttherapie. Schlaf, 2(01), 20-29.

    Mitarbeiterin begrüßt einen Mann am Empfang

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