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  • Schlafstörungen - Immer müde und doch nicht gut schlafen können?

    Etwa 15 Prozent der Erwachsenen in Deutschland leiden an einer von rund 80 bekannten Formen einer behandlungsbedürftigen Schlafstörung. Hier erfahren Sie, woran Sie erkennen, ob professionelle Hilfe sinnvoll ist, welche Ursachen infrage kommen und wie sich Schlafstörungen behandeln lassen.

    Zwei Männer stehen vor einem Gebäude mit Fensterläden im Gespräch

    Wann sollte man bei Schlaflosigkeit Hilfe holen?

    Woran Sie erkennen, dass professionelle Hilfe sinnvoll ist

    Wann aus schlechtem Schlaf eine chronische Insomnie wird
    Gelegentliche schlaflose Nächte sind normal. Von einer chronischen Insomnie spricht man nach den aktuellen Kriterien (ICD-11, S3-Leitlinie), wenn die Beschwerden mindestens dreimal pro Woche über mindestens drei Monate auftreten. Eine Abklärung kann aber auch deutlich früher sinnvoll sein – die zeitliche Grenze allein entscheidet nicht darüber, ob professionelle Hilfe angebracht ist.
    Typische Anzeichen von einer Schlafstörung
    Betroffene benötigen oft mehr als 30 Minuten, um einzuschlafen. Nachts wachen sie häufig auf und finden nur schwer wieder in den Schlaf, oder sie liegen über längere Zeit wach. Manche wachen zudem sehr früh am Morgen auf und können danach nicht mehr einschlafen.
    Habe ich eine Schlafstörung? Drei Fragen zur Selbsteinschätzung
    Wie lange leiden Sie schon unter den Beschwerden? Wie oft pro Woche fällt Ihnen das Einschlafen schwer? Wie lange dauert es dann, bis Sie einschlafen? Wer sich seit mehreren Monaten mehrmals pro Woche mit diesen Fragen konfrontiert sieht, findet darin einen ersten Anhaltspunkt dafür, ob die eigenen Beschwerden in Richtung der oben beschriebenen Kriterien einer chronischen Insomnie gehen und eine fachärztliche Abklärung sinnvoll sein könnte. Eine ausführlichere Einschätzung ermöglicht unser Selbsttest Schlafstörungen.
    Schlafstörungen sind ernst zu nehmen
    Wer dauerhaft schlecht schläft, fühlt sich tagsüber erschöpft und müde, leidet häufig unter innerer Unruhe und Anspannung sowie hartnäckigen Wachphasen. Das führt in der Regel zu eingeschränkter Leistungsfähigkeit, Stimmungsschwankungen mit erhöhter Reizbarkeit und Konzentrationsschwierigkeiten. Die Folgen sind auch messbar: Etwa 20.000 Arbeitsunfälle in Deutschland gehen jährlich auf Schlafstörungen zurück, und rund jeder vierte Autounfall wird durch kurzes Einnicken am Steuer verursacht.
    Mann steht am Fenster und blickt nach draußen

    Unsere Kliniken für Schlafmedizin in Deutschland

    In diesen Kliniken behandeln wir Schlafstörungen auf höchstem Niveau:

    Standorttyp

    Was ist eine Schlafstörung und welche Formen gibt es?

    Formen, Schlafphasen und wie häufig sie vorkommen

    Definition einer Schlafstörung
    In der modernen Schlafmedizin gibt es rund 80 verschiedene, diagnostisch gegeneinander abgrenzbare Schlafstörungen. Durchschnittlich 15 Prozent der Bevölkerung leiden an einer davon, mit zunehmendem Alter steigt die Häufigkeit. Am weitaus häufigsten sind Ein- und Durchschlafstörungen (Insomnie): Rund die Hälfte aller Deutschen war schon einmal betroffen oder ist es noch.
    Geschlechterunterschiede bei Schlafstörungen
    Frauen sind etwa doppelt so häufig betroffen wie Männer: Menstruation, Schwangerschaft, die Zeit nach der Geburt und die Wechseljahre gehen häufig mit gestörtem Schlaf einher. Männer leiden dagegen am häufigsten an schlafbezogenen Atemstörungen; zwei bis vier Prozent gelten als „Apnoeiker", meist übergewichtige Männer mittleren und höheren Alters mit erhöhtem Blutdruck.
    Schlafdauer
    Wie viel Schlaf jemand braucht, ist individuell. Laut einer Umfrage des Robert Koch-Instituts schlafen Erwachsene im Schnitt 7:14 Stunden; internationale Fachgesellschaften empfehlen 7 Stunden, und mit 6 bis 8 Stunden ist bei den meisten Erwachsenen die höchste Lebenserwartung assoziiert.
    Schlafphasen
    Gesunder Schlaf verläuft in mehreren Zyklen pro Nacht, die sich in ihrer Tiefe stark unterscheiden: von der oberflächlichen Einschlafphase über die Leichtschlafphase (rund die Hälfte des Schlafs) bis zur regenerativ wertvollsten Tiefschlafphase und dem traumintensiven REM-Schlaf. Zwischen drei und vier Uhr werden die meisten Menschen kurz wach, bevor sich der Körper mit steigender Temperatur und Cortisolspiegel auf den neuen Tag vorbereitet.
    Formen von Schlafstörungen im Überblick
    Man unterscheidet vier Hauptkategorien: Insomnien (eine für das individuelle Schlafbedürfnis zu kurze Gesamtschlafzeit, etwa Ein- und Durchschlafstörungen), Hypersomnien (ein gesteigertes Schlafbedürfnis, etwa Tagesschläfrigkeit oder Narkolepsie), Parasomnien (Fehlhandlungen aus dem Schlaf heraus, etwa Schlafwandeln) sowie schlafbezogene Atmungsstörungen (etwa das Schlafapnoesyndrom). Weitere behandelte Formen sind das Schichtarbeiter-Syndrom, chronisch obstruktives Schnarchen sowie das Restless-Legs- und das PLM-Syndrom (nächtlich unruhige Beine). Das Restless-Legs-Syndrom wird auf einen Dopaminmangel im Gehirn zurückgeführt.
    Mann erklärt einer Frau etwas im Gespräch im Grünen

    Therapien

    Wie werden Schlafstörungen behandelt?

    Werden Ein- und Durchschlafstörungen durch eine psychische oder organische Erkrankung ausgelöst, muss zunächst die Grunderkrankung behandelt werden; sind Medikamente oder Suchtmittel die Ursache, müssen diese zunächst abgesetzt werden. Ist durch eine solche Erkrankung die Balance schlaffördernder und wachmachender Hormone gestört, setzen wir zunächst häufig eine individuell angepasste Medikation ein, während parallel die Grunderkrankung behandelt wird. Bei einer psychischen Erkrankung ist erholsamer Schlaf besonders wichtig: Ein depressiver Patient mit organisch bedingter Schlafapnoe kann durch eine Schlafmaske seinen körperlichen Zustand rasch verbessern, was sich wiederum positiv auf die Behandlung der Depression auswirkt.

    Bei primären Schlafstörungen ohne erkennbare Ursache wie der Insomnie sind Schlafhygiene und Verhaltensmaßnahmen vorrangig und wirksam; Medikamente stehen hier nicht an erster Stelle.

    Was unsere Gäste sagen

    Eigentlich fühlte ich mich nach dem Aufstehen ausgeschlafen, aber bereits am frühen Vormittag setzten immer häufiger Müdigkeitsattacken ein. Das wurde immer schlimmer, bis ich nach Jahren in ein Schlaflabor gegangen bin. Dort stellte man fest, dass ich - an einer Unterfunktion der Schilddrüse litt.

    Arnold W., 55 Jahre, ehemaliger Patient
    Oberberg Somnia Fachklinik Köln Herrig

    Wie die Oberberg Kliniken Schlafstörungen behandeln

    Medikamentöse Behandlung von Schlafstörungen

    Kommen Medikamente zum Einsatz gegen Schlafstörungen, setzen wir zunächst auf pflanzliche Präparate wie Baldrian, Hopfen, Melisse, Lavendel oder Passionsblume. Bei anhaltenden Beschwerden können nach ärztlicher Verordnung auch niedrig dosierte, sedierende Antidepressiva oder Antihistaminika unterstützend helfen. Klassische Schlafmittel wie Benzodiazepine oder Z-Substanzen sollten wegen ihres Abhängigkeitspotenzials nur kurzzeitig und in möglichst niedriger Dosis eingesetzt werden.

    Verhaltensänderungen im Alltag

    Bevor Medikamente zum Einsatz kommen, sollten zunächst weniger eingreifende Maßnahmen wie Verhaltensänderungen im Alltag ausgeschöpft werden. Ein regelmäßiger Tagesablauf mit festen Aufsteh- und Schlafenszeiten, ausreichend Bewegung und mindestens 20 Minuten Tageslicht helfen dabei, die innere Uhr zu stabilisieren. Am Abend unterstützen ein ruhiger Tagesausklang, der Verzicht auf schwere Mahlzeiten, Alkohol und Koffein sowie eine dunkle, kühle und ruhige Schlafumgebung einen erholsamen Schlaf. Wer nach einiger Zeit im Bett noch wach ist, sollte lieber aufstehen, statt sich zum Schlafen zu zwingen.

    Nächster Schritt

    Seit Wochen kein erholsamer Schlaf?

    Ob Verhaltensänderung, Schlaftraining oder medikamentöse Unterstützung: Wir finden gemeinsam mit Ihnen die passende Behandlung.

    Ursachen von Schlafstörungen

    Wie eine Schlafstörung entsteht

    Schlafstörungen haben meist psychologische Ursachen
    Bei Ein- und Durchschlafstörungen sind in etwa 80 Prozent psychologische Faktoren oder der Lebensstil ursächlich, etwa Stress, belastende Lebensumstände oder eine psychische Erkrankung. In rund 20 Prozent liegen körperliche Ursachen vor, etwa ein gestörter Hormonhaushalt oder eine organische Erkrankung.
    Innere Uhr und Hormonhaushalt beeinflüssen unseren Schlaf
    Unser Körper reguliert Schlaf und Wachsein über ein fein austariertes hormonelles System: Schlaffördernde Botenstoffe wie Melatonin sind nachts aktiv, während wachmachende Hormone wie Cortisol, Noradrenalin und Serotonin nachts reduziert werden. Jetlag, Stress oder Alkohol können dieses System aus dem Gleichgewicht bringen.
    Psychische Erkrankungen können Schlafstörungen verursachen
    Rund 70 bis 80 Prozent unserer Patienten mit einer psychischen Erkrankung berichten auch über Schlafstörungen. Menschen mit Depressionen wachen häufig sehr früh auf und können nicht wieder einschlafen; bei Angsterkrankungen fällt vor allem das Einschlafen schwer. Auch bei Abhängigkeitserkrankungen können Durchschlafstörungen noch Jahre nach dem Verzicht auf die Suchtsubstanz bestehen bleiben. In diesen Fällen steht die Behandlung der psychischen Grunderkrankung an erster Stelle: Bessert sie sich, bessert sich meist auch der Schlaf.

    Fragen und Antworten

    Weitere Informationen zu Schlafstörungen

    Welche Folgen hat unbehandelter Schlafmangel?

    Schlafmangel lässt nach aktuellem Forschungsstand die Gedächtnisfunktion nachlassen und beeinflusst den Zucker- und Fettstoffwechsel negativ. Besonders gefährdet sind Berufsgruppen mit hoher Verantwortung und Konzentrationsanforderung, etwa Autofahrer, Piloten, Kran- und Maschinenführer, Schichtarbeiter sowie Ärzte und Pflegekräfte.

    Welche Kliniken bieten eine spezialisierte Schlafdiagnostik an?

    Die Oberberg Fachkliniken Berlin Brandenburg, Somnia Köln Herrig und Weserbergland verfügen über ein schlafmedizinisches Kompetenzzentrum mit eigenem mobilem Schlaflabor. Dies ermöglicht vor Ort und in einem normalen, wohnlich-gemütlichen Patientenzimmer (ohne Laboratmosphäre) eine umfassende Untersuchung des Schlafes und dadurch eine sehr individualisierte Behandlung der Schlafstörung. An der Fachklinik Berlin Brandenburg leitet Dr. med. Samia Little Elk, Fachärztin für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie sowie Somnologin, die Schlafmedizin; an der Fachklinik Weserbergland erfolgt die Schlafdiagnostik in Kooperation mit dem Schlafexperten Dr. Michael Feld.

    Was kann ich für einen erholsamen Schlaf tun?

    Regelmäßige Schlafenszeiten, möglichst wenig Zeit im Bett ohne zu schlafen (etwa mit Fernsehen oder Essen), keine intensive Aktivität kurz vor dem Schlafengehen sowie der Verzicht auf Grübeln, Alkohol, Koffein und Nikotin am Abend helfen dabei, Tagesschläfrigkeit vorzubeugen. Auch ein bequemes Bett und ein gemütliches kühles Schlafzimmer tragen dazu bei.

    Mitarbeiterin begrüßt einen Mann am Empfang

    Kontaktaufnahme

    Eine Aufnahme in unsere Privatkliniken ist in der Regel zeitnah möglich.

    Kontaktieren Sie uns für eine individuelle Beratung telefonisch, oder schreiben Sie uns per Kontaktformular.