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  • Burnout Syndrom

    Wie sich ein Burnout entwickelt, woran Sie ihn erkennen und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt

    Frau steht draußen in einer gruppe und schaut auf eine kastanie.

    Anzeichen eines Burnouts

    Woran Sie einen Burnout erkennen

    Was ist typisch, welche Formen gibt es und wann sollte man Hilfe suchen?

    Körperliche Anzeichen
    Schlafstörungen zählen zu den häufigsten körperlichen Beschwerden bei einem Burnout: Trotz permanenter Erschöpfung und Müdigkeit ist bei etwa einem Drittel der Betroffenen der Schlaf gestört. Rund 25 Prozent leiden zusätzlich unter Kopfschmerzen, Rückenschmerzen oder Schwindel. Bei mehr als 10 Prozent wirkt sich der Zustand auch auf Appetit, Magen, Herz und Atmung aus, etwa durch Appetitlosigkeit, Bauchschmerzen, Übelkeit, Atemprobleme oder Herzrasen. Auch unkontrollierbares Augenzucken, ein Hörsturz, Zittern oder Panikattacken können ein Burnout begleiten
    Seelische Anzeichen
    Viele Betroffene erleben eine tiefe emotionale Erschöpfung, verbunden mit Reizbarkeit, Frustration und Lustlosigkeit. Häufig ziehen sie sich von Familie, Freunden und KollegInnen zurück und plagen sich mit der Angst, den eigenen Aufgaben nicht mehr gewachsen zu sein. Bei rund 10 Prozent treten innere Unruhe, Niedergeschlagenheit und Angstgefühle auf, in manchen Fällen kommen, ähnlich wie bei einer Depression, auch Selbstmordgedanken hinzu.
    Anzeichen im Job
    Am Arbeitsplatz zeigt sich ein Burnout oft zuerst als wachsende innere Distanz zur eigenen Tätigkeit, teils begleitet von Zynismus gegenüber Job und Kollegen. Die Leistungsfähigkeit sinkt, Konzentrationsschwierigkeiten und Fehler häufen sich. Viele Betroffene erledigen nur noch Dienst nach Vorschrift, mit deutlich reduziertem Engagement.
    Ein schleichender Prozess
    Ein Burnout entsteht nicht über Nacht, sondern entwickelt sich über Monate bis Jahre hinweg. Zwei Merkmale unterscheiden ihn von gewöhnlicher Erschöpfung: Normale Erholungsphasen wie das Wochenende oder der Urlaub führen nicht mehr zur Regeneration, und der Erschöpfungszustand hält mindestens sechs Monate an, ohne dass ein Ende absehbar ist.
    Frau sitzt mit zwei Personen am Esstisch und reicht Brot weiter

    Unsere Kliniken für Burnout in Deutschland

    In diesen Kliniken behandeln wir Burnout Syndrom auf höchstem Niveau:

    Standorttyp

    Was ist ein Burnout?

    Definition und Einordnung

    Wer ist von einem Burnout betroffen?
    Grundsätzlich kann jede Person an ihre individuelle Belastungsgrenze stoßen, unabhängig vom Ansehen des Berufs. Neben dem klassischen Arbeitskontext können auch Schule, Ausbildung oder Studium zu einem Zustand des Ausgebranntseins führen. In der Fachwelt wird inzwischen auch der elterliche Burnout (parental burnout) diskutiert, bei dem sich die Erschöpfung aus der Erziehungsrolle statt aus dem Beruf ergibt, ein Phänomen, das in den vergangenen Jahren zunehmend wissenschaftlich untersucht wurde (u. a. Mikolajczak et al. 2019, Roskam et al. 2021).
    Definition von Burnout
    Ein Burnout beschreibt einen chronischen Zustand körperlicher und emotionaler Erschöpfung, der aus nicht erfolgreich bewältigtem Stress entstehen kann. Betroffene beschreiben ihren Zustand oft als erschöpft, ausgebrannt und innerlich leer. Je nach Auffassung des Krankheitsbildes werden dem Burnout-Syndrom über 100 Symptome zugeordnet.
    Es gibt keine eigenständige Burnout-Diagnose
    Weder die Weltgesundheitsorganisation noch die ICD-10 stufen Burnout als eigenständige Krankheit ein, sondern als einen Faktor, der den Gesundheitszustand beeinflusst. Wer sich wegen eines Burnouts in Behandlung begibt, erhält deshalb in der Regel die Diagnose einer damit verbundenen Erkrankung, etwa einer Depression, Angststörung oder Abhängigkeit. Erst mit der 2022 in Kraft getretenen ICD-11 wurde Burnout erstmals als Syndrom infolge von chronischem, nicht bewältigtem Arbeitsstress genauer beschrieben, allerdings weiterhin nicht als eigene Krankheit.
    Wie häufig ist Burnout?
    Umfragen zufolge arbeitet etwa jeder dritte Angestellte am Limit oder fühlt sich stark erschöpft, jeder fünfte Erwerbstätige erlebt burnout-ähnliche Phasen. Zur tatsächlichen Häufigkeit von Burnout gibt es aus Sicht der Oberberg Kliniken keine verlässliche Aussage, auch wenn einzelne Studien Raten von 20 bis 30 Prozent, teils bis zu 50 Prozent, nennen. Nachvollziehbarer erscheinen Einschätzungen, wonach etwa 3 bis 5 Prozent tatsächlich im Sinne einer ambulanten oder stationären Psychotherapie behandlungsbedürftig sind. Die hohen Prävalenzzahlen spiegeln aus dieser Sicht eher Veränderungen der Arbeitswelt wider als eine exakt definierte Erkrankung.

    Therapien

    Behandlung von Burnout

    Ein Burnout lässt sich in der Regel gut behandeln, bleibt der Erschöpfungszustand jedoch unbehandelt, kann er schwerwiegende Folgen haben, bis hin zu Arbeitsunfähigkeit, sozialem Rückzug oder gesundheitsbedingter Frühberentung. Burnout tritt zudem gehäuft gemeinsam mit körperlichen Erkrankungen auf, etwa des Herz-Kreislauf-Systems, des Skelett- und Muskelapparats sowie allergischer Art. Betroffene sollten sich auf eine Behandlungsdauer von mehreren Monaten bis zu zwei Jahren einstellen, ein individuell abgestimmtes Therapiekonzept kann die Heilung dabei spürbar unterstützen

    Was unsere Gäste sagen

    Als ich befördert wurde, war jedem klar, dass ich nicht zwei Abteilungen gleichzeitig leiten konnte – nur mir nicht. Nach zwei Jahren war ich nicht mehr ich selbst. Hätte meine Frau mich nicht zum Arzt und zur Therapie geschickt, wäre ich heute wahrscheinlich tot.

    Clemens J.
    37 Jahre, ehemaliger Patient mit Burnout und Depression in der Oberberg Fachklinik Schwarzwald

    Wie die Oberberg Kliniken Burnout behandeln

    Da die Auslöser eines Burnouts von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich sind, setzen wir auf einen individuellen Therapieplan nach dem Baustein-Prinzip, mit maximal drei Patienten pro Therapeut. Im Mittelpunkt steht, die persönlichen Ursachen zu identifizieren, Stress wirksam abzubauen und eingefahrene Verhaltensmuster zu verändern, etwa im Umgang mit Konflikten oder Perfektionismus. Je nach Schweregrad erfolgt die Behandlung ambulant oder stationär, eine stationäre Therapie dauert in der Regel vier bis acht Wochen, viele Therapieschritte lassen sich aber auch ambulant umsetzen, insbesondere wenn Abstand vom Job oder vom belastenden Umfeld hilfreich ist.

    Nächster Schritt

    Unsicher, welche Hilfe passt?

    Wir können gemeinsam einordnen, ob zunächst Orientierung, ambulante Unterstützung oder ein intensiveres Behandlungsangebot sinnvoll ist.

    Ursachen von Burnout

    Die Ursachen eines Burnouts sind individuell, Fachleute unterscheiden dabei zwischen internen, in der Persönlichkeit verankerten Faktoren, und externen Faktoren aus dem beruflichen Umfeld.

    Interne Faktoren
    Häufig sind Menschen mit hohen Ansprüchen an sich selbst betroffen, die zugleich ein eher geringes Selbstwertgefühl haben und sich weniger zutrauen als andere. Ihnen fällt es schwer, Nein zu sagen oder Frust und Kränkungen zu verarbeiten, gleichzeitig sind sie harmoniebedürftig und wollen es anderen recht machen. So entsteht eine Diskrepanz zwischen den eigenen Ansprüchen und dem, was der Alltag tatsächlich leisten kann.
    Externe Faktoren
    Im beruflichen Umfeld spielen vor allem wenig Autonomie und Kontrolle, ständige Unterbrechungen bei der Arbeit sowie Konflikte mit Kollegen oder Vorgesetzten eine Rolle, neben Zeit- und Termindruck, wechselndem Schichtdienst und einem schlechten Betriebsklima. Ob der Beruf gesellschaftlich angesehen ist, spielt dabei keine Rolle.
    Von Burnout besonders betroffene Berufsgruppen
    Ein Burnout trifft besonders häufig Menschen, die sich in sozialen, helfenden Berufen überdurchschnittlich für ihre Aufgabe einsetzen: Lehrer, Polizisten, Sanitäter, Erzieher, Krankenpfleger oder Ärzte. Eine hohe Arbeitsbelastung in diesen Berufsfeldern gilt als deutlicher Risikofaktor für die Entstehung eines Burnouts. Je nach Berufsgruppe werden Burnout-Raten von 20 bis 30 Prozent berichtet, besonders gefährdet scheinen Ärzte zu sein, allen voran in der Psychiatrie und Psychotherapie.
    Burnout in der Schule und im Studium
    Auch Schule, Ausbildung und Studium können zu einem Zustand des Ausgebranntseins führen, Burnout ist längst nicht mehr nur ein Thema der Arbeitswelt. Eine Umfrage der Techniker Krankenkasse aus dem Jahr 2017 zeigte, dass rund 30 Prozent der Schüler konstantem Leistungs- und Prüfungsdruck ausgesetzt waren.

    Warum reagieren manche Menschen stärker auf Stress als andere?

    Nicht alle Menschen reagieren auf dieselben Belastungen gleich. Manche können Stress und Probleme am Ende des Tages leichter abschütteln, während andere sich gedanklich ständig mit ihren Stressoren auseinandersetzen und nicht abschalten können. Wie jemand mit Stress umgeht, ist daher mindestens genauso entscheidend für die Entstehung eines Burnouts wie die auslösenden Faktoren selbst.

    Fragen und Antworten

    Weitere Informationen zu Burnout

    Wie kann ich einem Burnout vorbeugen?

    Eine wirksame Burnout-Prävention setzt auf klare Belastungsgrenzen, die Fähigkeit, Nein zu sagen, und bewusste Pausen im Alltag. Auch ein starkes soziales Netzwerk, kollegiale Unterstützung, eine gesunde Lebensweise und eine Arbeit im Einklang mit den eigenen Werten senken das Risiko.

    Wann bin ich nach einem Burnout wieder arbeitsfähig?

    Nach einem Burnout erfolgt die Rückkehr in den Beruf in der Regel nicht abrupt, sondern über eine stufenweise Wiedereingliederung. Dabei wird das Arbeitspensum über einen Zeitraum von vier bis acht Wochen schrittweise erhöht. Der richtige Zeitpunkt ist individuell verschieden und hängt davon ab, ob neue, verbesserte Strategien im Umgang mit Stress entwickelt wurden.

    Wie lange dauert die Erholung von einem Burnout?

    Es gibt keine pauschale Antwort darauf, wie lange die Erholung von einem Burnout dauert. Typischerweise benötigen Betroffene zwischen mehreren Monaten und bis zu zwei Jahren, um die akute Krise zu überwinden. Ein individuell abgestimmtes Therapiekonzept kann die Heilung dabei spürbar unterstützen.

    Gibt es einen eigenen „Corona-Burnout"?

    Die Coronapandemie hat bei vielen Menschen zusätzliche Ängste ausgelöst, etwa vor einer Ansteckung, dem Verlust des Arbeitsplatzes oder der Trennung von der Familie, und damit einen eigenen Erschöpfungstyp begünstigt: den Corona-Burnout. Die Symptome ähneln denen eines klassischen Burnouts, die Auslöser liegen jedoch stärker im Kontext der Pandemie.

    Was tun bei Verdacht auf einen Burnout?

    Wer den Verdacht hegt, unter einem Burnout zu leiden, sollte sich zunächst an die Hausarztpraxis wenden. Zur weiteren Behandlung ist eine Fachklinik mit speziell geschulten Therapeuten, Psychologen und weiteren Medizinern eine gute Option.

    Gibt es einen Selbsttest für Burnout?

    Unser anonymer und unverbindlicher Burnout-Selbsttest kann erste Anhaltspunkte liefern, ersetzt aber niemals die Diagnose eines spezialisierten Arztes. Bei einem Verdacht sollte in jedem Fall zusätzlich ein Facharzt oder Psychotherapeut vor Ort aufgesucht werden.

    Mitarbeiterin begrüßt einen Mann am Empfang

    Kontaktaufnahme

    Eine Aufnahme in unsere Privatkliniken ist in der Regel zeitnah möglich.

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