Fragen und Antworten
Weitere Informationen zu Anorexie (Magersucht)
Wie spreche ich mit einer Person mit Magersucht?
Sprechen Sie Beobachtungen ruhig und ohne Vorwürfe an, und vermeiden Sie dabei Kommentare zum Gewicht, auch positiv gemeinte. Der Grund: Menschen mit Anorexie leiden an einer Körperbildstörung und nehmen ihren Körper anders wahr als ihr Umfeld. Selbst bei starkem Untergewicht sehen Betroffene im Spiegel noch immer einen "zu dicken" Menschen. Sätze wie "Du bist doch viel zu dünn" verstärken deshalb oft nur die Verunsicherung, statt zu helfen. Das gilt für Eltern gegenüber ihren Kindern ebenso wie für Partner, Freunde oder Kollegen gegenüber erwachsenen Betroffenen.
Können auch Jungen und Männer an Magersucht erkranken?
Ja, auch wenn Magersucht deutlich häufiger bei Mädchen und jungen Frauen auftritt: Etwa 1 von 11 Betroffenen ist männlich. Bei Jungen und Männern wird die Erkrankung oft später erkannt, da sie seltener mit Magersucht in Verbindung gebracht wird und sich mitunter anders äußert, etwa durch exzessives Muskeltraining statt reiner Gewichtsreduktion.
Tritt Magersucht häufig zusammen mit anderen psychischen Erkrankungen auf?
Ja, Depressionen und Angststörungen begleiten eine Anorexie sehr häufig. Es ist dabei oft nicht eindeutig, was zuerst da war, für die Behandlung ist das aber zweitrangig: Beide Erkrankungen müssen berücksichtigt werden, damit die Therapie nachhaltig wirkt.
Wie lange dauert die Genesung von einer Magersucht?
Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Je früher die Erkrankung erkannt wird, desto größer sind die Chancen auf eine erfolgreiche Behandlung. Betroffene und Angehörige sollten sich aber unabhängig davon auf einen längeren Weg einstellen, Rückschläge gehören dazu und bedeuten nicht, dass die Therapie nicht wirkt.
Was kann ich tun, wenn ich eine Magersucht bei meinem Kind oder einer nahestehenden Person vermute?
Suchen Sie frühzeitig ärztlichen oder psychotherapeutischen Rat, Magersucht ist keine Erkrankung, aus der sich Betroffene allein befreien können. Je länger gewartet wird, desto mehr verfestigt sich das Krankheitsbild.
Kann eine Magersucht ambulant behandelt werden, oder ist ein Klinikaufenthalt notwendig?
Das hängt vom Schweregrad ab. Bei niedrigem BMI, ausgeprägten körperlichen Komplikationen oder wenn das ambulante Umfeld überfordert ist, empfiehlt sich eine stationäre oder teilstationäre Behandlung. Studien zeigen dabei ähnliche Erfolgsaussichten für beide Behandlungsformen. Die Entscheidung sollte gemeinsam mit den behandelnden Ärzten getroffen werden.