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  • Magersucht (Anorexie): Anzeichen erkennen und richtig handeln

    Bei Anorexie reduzieren Betroffene ihre Nahrungsaufnahme radikal aus Angst vor Gewichtszunahme, verbunden mit einer verzerrten Wahrnehmung des eigenen Körpers. Zwischen 2012 und 2022 stieg die Zahl der 12- bis 17-jährigen Mädchen mit einer Essstörung um 54 Prozent, doch auch erwachsene Frauen und Männer sind betroffen. Der Übergang vom Ausprobieren einer Diät zur Magersucht verläuft dabei meist schleichend und wird oft erst spät bemerkt, sowohl von Betroffenen selbst als auch von ihrem Umfeld. Je früher gehandelt wird, desto größer die Chancen auf eine erfolgreiche Behandlung.

    Eine Gruppe von Menschen stehen draußen und hören zu

    Woran erkennt man eine Magersucht?

    Anzeichen einer Anorexie bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen

    Verändertes Essverhalten
    Mahlzeiten werden ausgelassen, nur noch bestimmte Lebensmittel akzeptiert oder auffällig oft Kalorien gezählt. Auch das Verstecken, Wegwerfen oder Horten von Essen kann ein erstes Warnsignal sein.
    Übermäßige Bewegung
    Sport wird nicht mehr zum Vergnügen, sondern zur Pflicht: Die Bewegung nimmt deutlich zu, oft auch dann, wenn der Körper müde, krank oder erschöpft ist.
    Ständige Beschäftigung mit dem Äußeren
    Essen, Gewicht und Figur nehmen zunehmend den Alltag ein. Manche Betroffene betrachten sich bei jeder Gelegenheit im Spiegel, andere vermeiden ihr Spiegelbild komplett.
    Perfektionismus und Selbstkritik
    Betroffene stellen außergewöhnlich hohe Ansprüche an sich selbst und reagieren sehr empfindlich auf eigene vermeintliche Fehler oder Kritik.
    Rückzug und Geheimhaltung
    Fragen zum Gewicht werden ausweichend beantwortet oder abgeblockt. Gleichzeitig ziehen sich Betroffene zunehmend von Freunden, Familie und gemeinsamen Mahlzeiten zurück.
    Intensive Nutzung sozialer Medien
    Viel Zeit wird mit Inhalten rund um Ernährung, Fitness oder Körperbilder verbracht. Je länger die Nutzungsdauer, desto größer das Risiko einer verzerrten Selbstwahrnehmung.
    Frau sitzt in einem weißen raum und schaut aus dem fenster

    Unsere Kliniken für Magersucht in Deutschland

    In diesen Kliniken behandeln wir Anorexie und andere Essstörungen auf höchstem Niveau:

    Standorttyp

    Was ist Anorexie und welche Formen gibt es?

    Restriktiver Typus
    Der Gewichtsverlust entsteht durch eine sehr starke Reduktion der Nahrungsaufnahme, häufig zusätzlich verstärkt durch exzessiven Sport. Es kommt dabei nicht zu Essanfällen oder gezieltem Erbrechen.
    Purging-Typus
    Wiederkehrende Essanfälle wechseln sich mit gezieltem Erbrechen, dem Missbrauch von Abführ- oder Entwässerungsmitteln oder Einläufen ab. Diese Form wird auch Binge-Eating-Purging-Typus genannt.

    Therapien

    Behandlung von Magersucht

    Magersucht ist eine ernste Erkrankung: Das Sterberisiko liegt statistisch 18-mal höher als bei gesunden Gleichaltrigen, meist durch Suizid oder körperliche Folgeschäden. Ohne Behandlung bessert sie sich in aller Regel nicht von selbst. Suchen Sie deshalb frühzeitig ärztlichen oder psychotherapeutischen Rat.
    Aktuell gibt es keine spezifische Medikation zur Behandlung von Anorexie. Im Zentrum der Therapie stehen die nachhaltige Normalisierung des Körpergewichts sowie die psychotherapeutische, medizinische und ernährungstherapeutische Begleitung. Bei starkem Untergewicht ist zusätzlich die Kontrolle wichtiger Körperfunktionen wie Herzrhythmus und Nierenfunktion notwendig. Auch das Einbeziehen von Familie oder nahen Bezugspersonen in die Therapie hat sich bewährt.

    Magersucht stationär oder ambulant behandeln lassen?

    Aktuelle Studien zeigen für die vollstationäre und teilstationäre Behandlung ähnliche Erfolgsaussichten. Ein stationärer Aufenthalt empfiehlt sich vor allem bei einem BMI unter 15 (bzw. unter der 3. Altersperzentile bei Kindern und Jugendlichen), bei körperlichen Komplikationen, einem belastenden sozialen Umfeld oder wenn eine ambulante Behandlung nicht ausreicht. Ein wesentlicher Vorteil des stationären Settings: Betroffene gewinnen Abstand zu ihrem Alltag und damit zu ihrem Krankheitsbild, in einem geschützten Raum ohne störende Einflüsse von außen.
    Zu den Bausteinen einer stationären Behandlung zählen unter anderem ausführliche Aufklärung über die Erkrankung, die Selbstbeobachtung über Essprotokolle, Maßnahmen zur Gewichtsstabilisierung, intensive Einzel- und Gruppenpsychotherapie sowie Körperexpositionen (etwa Spiegelexpositionen) zum Abbau der Körperbildstörung.

    Hilfe suchen

    Unsicher, ob eine Anorexie-Behandlung notwendig ist?

    Nicht jedes auffällige Essverhalten bedeutet automatisch eine Magersucht, und nicht jede Unsicherheit lässt sich allein zu Hause klären. Ein Gespräch mit unseren Experten hilft, die Situation richtig einzuschätzen und gemeinsam die passenden nächsten Schritte zu finden.

    Nehmen Sie Kontakt mit uns auf. Vertrauensvoll und diskret.

    Ursachen von Magersucht

    Anorexie entsteht nie durch eine einzelne Ursache, sondern durch das Zusammenspiel mehrerer Faktoren.

    Biologische Faktoren
    Zwillings- und Familienstudien sprechen für eine erbliche Veranlagung: Bei eineiigen Zwillingen erkranken überdurchschnittlich häufig beide. Eine aktuelle genetische Studie identifizierte zudem 8 Risiko-Genorte mit sowohl metabolischem als auch psychiatrischem Ursprung. Auch Neurotransmitterstörungen oder Fehlfunktionen von Stoffwechsel, Hormonsystem oder Hunger- und Sättigungsgefühl treten häufig auf, wobei unklar ist, ob diese Ursache oder Folge der Erkrankung sind.
    Individuelle Faktoren
    Perfektionismus steht in einem besonders deutlichen Zusammenhang mit der Entstehung von Magersucht. Ein niedriges Selbstwertgefühl, Impulsivität, geringe Konfliktfähigkeit, Schwierigkeiten bei der Stressbewältigung und traumatische Erlebnisse begünstigen die Erkrankung zusätzlich.
    Familiäre Faktoren
    In Familien magersüchtiger Betroffener herrscht häufig ein enger Zusammenhalt bei gleichzeitig hoher Norm- und Leistungsorientierung. Konflikte werden vermieden, Eltern neigen zur Überbehütung. Auch gut gemeinte Kommentare zum Gewicht des Kindes können die Selbstwahrnehmung bis ins Erwachsenenalter negativ beeinflussen.
    Soziokulturelle Faktoren
    Das in Industrieländern vorherrschende Schlankheitsideal spielt eine Rolle, noch einflussreicher sind jedoch Hänseleien und Mobbing im nahen Umfeld. Auch die Nutzung sozialer Medien kann zur Entstehung einer Magersucht beitragen: Je länger die Nutzungsdauer, desto größer das Risiko, den eigenen Körper zunehmend negativ wahrzunehmen.
    Frau sitzt mit zwei Personen am Esstisch und reicht Brot weiter
    Frau und Mann gehen durch eine grüne Außenanlage vor einem Klinikgebäude

    Sie können sich jederzeit an uns wenden – vertrauensvoll und diskret

    Sie möchten mehr Informationen zu unserem Behandlungsangebot, zur Ausstattung in den Kliniken oder zum Tagesablauf in einer unserer Kliniken?

    Dann würden wir uns freuen, wenn Sie mit uns persönlichen Kontakt unter der Telefonnummer 030 - 26478607 aufnehmen. Wenn Sie einen Rückruf für ein persönliches Gespräch vereinbaren möchten, füllen Sie bitte das Kontaktformular aus. Wir werden uns dann schnellstmöglich bei Ihnen melden.

    Fragen und Antworten

    Weitere Informationen zu Anorexie (Magersucht)

    Wie spreche ich mit einer Person mit Magersucht?

    Sprechen Sie Beobachtungen ruhig und ohne Vorwürfe an, und vermeiden Sie dabei Kommentare zum Gewicht, auch positiv gemeinte. Der Grund: Menschen mit Anorexie leiden an einer Körperbildstörung und nehmen ihren Körper anders wahr als ihr Umfeld. Selbst bei starkem Untergewicht sehen Betroffene im Spiegel noch immer einen "zu dicken" Menschen. Sätze wie "Du bist doch viel zu dünn" verstärken deshalb oft nur die Verunsicherung, statt zu helfen. Das gilt für Eltern gegenüber ihren Kindern ebenso wie für Partner, Freunde oder Kollegen gegenüber erwachsenen Betroffenen.

    Können auch Jungen und Männer an Magersucht erkranken?

    Ja, auch wenn Magersucht deutlich häufiger bei Mädchen und jungen Frauen auftritt: Etwa 1 von 11 Betroffenen ist männlich. Bei Jungen und Männern wird die Erkrankung oft später erkannt, da sie seltener mit Magersucht in Verbindung gebracht wird und sich mitunter anders äußert, etwa durch exzessives Muskeltraining statt reiner Gewichtsreduktion.

    Tritt Magersucht häufig zusammen mit anderen psychischen Erkrankungen auf?

    Ja, Depressionen und Angststörungen begleiten eine Anorexie sehr häufig. Es ist dabei oft nicht eindeutig, was zuerst da war, für die Behandlung ist das aber zweitrangig: Beide Erkrankungen müssen berücksichtigt werden, damit die Therapie nachhaltig wirkt.

    Wie lange dauert die Genesung von einer Magersucht?

    Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Je früher die Erkrankung erkannt wird, desto größer sind die Chancen auf eine erfolgreiche Behandlung. Betroffene und Angehörige sollten sich aber unabhängig davon auf einen längeren Weg einstellen, Rückschläge gehören dazu und bedeuten nicht, dass die Therapie nicht wirkt.

    Was kann ich tun, wenn ich eine Magersucht bei meinem Kind oder einer nahestehenden Person vermute?

    Suchen Sie frühzeitig ärztlichen oder psychotherapeutischen Rat, Magersucht ist keine Erkrankung, aus der sich Betroffene allein befreien können. Je länger gewartet wird, desto mehr verfestigt sich das Krankheitsbild.

    Kann eine Magersucht ambulant behandelt werden, oder ist ein Klinikaufenthalt notwendig?

    Das hängt vom Schweregrad ab. Bei niedrigem BMI, ausgeprägten körperlichen Komplikationen oder wenn das ambulante Umfeld überfordert ist, empfiehlt sich eine stationäre oder teilstationäre Behandlung. Studien zeigen dabei ähnliche Erfolgsaussichten für beide Behandlungsformen. Die Entscheidung sollte gemeinsam mit den behandelnden Ärzten getroffen werden.

    Mitarbeiterin begrüßt einen Mann am Empfang

    Kontaktaufnahme

    Eine Aufnahme in unsere Privatkliniken ist in der Regel zeitnah möglich.

    Kontaktieren Sie uns für eine individuelle Beratung telefonisch, oder schreiben Sie uns per Kontaktformular.