Misophonie bezeichnet eine deutlich verminderte Toleranz gegenüber bestimmten Geräuschen oder damit verbundenen Reizen. Häufig lösen alltägliche Geräusche wie Kauen, Atmen oder wiederholtes Tippen starke emotionale und körperliche Reaktionen aus, etwa Ärger, Ekel, Anspannung oder ein ausgeprägtes Fluchtbedürfnis. Entscheidend ist nicht die Lautstärke des Geräuschs, sondern die besondere Reaktion auf bestimmte Auslöser. Misophonie ist deshalb nicht einfach mit allgemeiner Geräuschempfindlichkeit gleichzusetzen. Die wissenschaftliche Einordnung und diagnostische Abgrenzung werden weiterhin erforscht; eine international einheitliche klinische Klassifikation ist noch nicht etabliert. Wenn die Reaktionen Alltag und Beziehungen deutlich beeinträchtigen, kann eine fachliche Abklärung sinnvoll sein. Mehr dazu finden Sie auf unserer Seite zur Misophonie.