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  • Sucht und Abhängigkeitserkrankungen – von Alkohol bis Kaufsucht

    Ob Alkohol, Medikamente, Glücksspiel oder Online-Shopping: Millionen Menschen in Deutschland leben mit einer Abhängigkeitserkrankung. Der Übergang von gewohnheitsmäßigem Verhalten zur Sucht verläuft dabei selten abrupt, sondern schleichend. Entscheidend ist nicht die einzelne Handlung, sondern das Ausmaß: wie oft, wie viel und mit welchen Folgen für Alltag, Beziehungen und Gesundheit.

    Eine Gruppe von Menschen stehen draußen und hören zu

    Ab wann ist man süchtig?

    Anzeichen einer Suchterkrankung

    Häufigkeit des Konsums oder Verhaltens
    Ob Alkohol, Glücksspiel oder Online-Shopping: Gelegentliches Verhalten wird erst zum Problem, wenn es sich verdichtet. Entscheidend ist, ob sich die Häufigkeit über Wochen oder Monate spürbar steigert, statt gleich zu bleiben.
    Kontrollverlust
    Viele Betroffene sind überzeugt, jederzeit aufhören zu können. Der eigentliche Test ist der Versuch: Gelingt eine bewusste Pause ohne Unruhe oder starkes Verlangen, oder scheitert sie trotz gutem Vorsatz?
    Toleranzentwicklung
    Wenn dieselbe Menge oder Handlung nicht mehr die gewohnte Wirkung zeigt und immer mehr davon nötig wird, um sich zufrieden oder entspannt zu fühlen, deutet das auf eine körperliche oder psychische Gewöhnung hin.
    Auswirkungen auf den Alltag
    Streit mit nahestehenden Menschen, Probleme bei der Arbeit oder der Rückzug von früheren Interessen sind oft die ersten sichtbaren Folgen – noch bevor Betroffene selbst den Zusammenhang erkennen.
    Lügen
    Wiederholtes Verheimlichen oder Herunterspielen des eigenen Konsums bzw. Verhaltens gegenüber nahestehenden Menschen ist ein häufiges Warnsignal. Häufig geschieht dies aus Scham oder um Konflikten aus dem Weg zu gehen.
    Schuld- und Schamgefühle
    Ein tiefes Reuegefühl nach dem Konsum oder der Handlung, das jedoch nicht ausreicht, um das Verhalten dauerhaft zu ändern, deutet auf einen Kontrollverlust hin, der über gelegentliches Bedauern hinausgeht.
    Frau sitzt in einem weißen raum und schaut aus dem fenster

    Wie wird eine Sucht diagnostiziert?

    Die vier genannten Anzeichen bieten eine erste Orientierung. Nach den Kriterien des Zentralinstituts für Gesundheit spricht man von einer Abhängigkeitserkrankung im klinischen Sinne, wenn mindestens drei der folgenden sechs Kriterien innerhalb der letzten zwölf Monate gleichzeitig aufgetreten sind:

    1. Starker Wunsch oder eine Art Zwang, eine Substanz zu konsumieren
    2. Verminderte Kontrollfähigkeit (bzgl. Beginn, Beendigung und Menge des Substanzkonsums)
    3. Körperliches Entzugssyndrom
    4. Toleranz (d. h. Dosiserhöhung ist notwendig, um die gewünschte Wirkung zu erreichen)
    5. Fortschreitende Vernachlässigung anderer Vergnügungen oder Interessen zugunsten des Substanzkonsums, erhöhter Zeitaufwand, zum Substanzkonsum oder sich von Folgen zu erholen
    6. Anhaltender Substanzkonsum trotz Nachweis schädlicher Folgen (körperlich und psychisch)
      Nicht bei jeder Substanz und jedem Verhalten ist der Weg in die Abhängigkeit gleich lang: In seltenen Fällen kann bereits der einmalige Konsum der erste Schritt sein, während bei den meisten Substanzen und Verhaltensweisen erst der wiederholte, regelmäßige Gebrauch mit hoher Wahrscheinlichkeit in die Suchtspirale führt.

    Unsere Suchtkliniken in Deutschland

    In diesen Kliniken behandeln wir Abhängigkeitserkrankungen auf höchstem Niveau:

    Standorttyp

    Was ist eine Sucht und welche Formen gibt es?

    Stoffgebundene Süchte
    Stoffgebundene Süchte entstehen durch Substanzen, die direkt auf die Gehirnchemie wirken – von Alkohol, Nikotin und Medikamenten wie Benzodiazepinen bis zu illegalen Drogen. Auch scheinbar harmlose Mittel wie Schnüffelstoffe (Druckluftspray, Klebstoff, Nasenspray oder Helium) können abhängig machen. Typisches Merkmal ist die Toleranzentwicklung: Der Körper gewöhnt sich an die Substanz, sodass immer mehr davon nötig wird, um dieselbe Wirkung zu erzielen.
    Zur Behandlung von stoffgebundenen Süchten können Sie sich an unsere Entzugskliniken wenden.
    Verhaltenssüchte
    Verhaltenssüchte binden sich nicht an eine Substanz, sondern an eine Handlung: Glücksspiel, zwanghaftes Kaufen, Sexsucht, Pornosucht, exzessive Mediennutzung (Internet, Social Media, Bildschirmzeit) oder Arbeitssucht gehören dazu. Fast jedes Verhalten kann grundsätzlich zur Sucht werden. Typisches Merkmal ist weniger eine körperliche als eine gedankliche Abhängigkeit: ein ständiges Kreisen um das jeweilige Verhalten, verbunden mit dem Drang, es trotz negativer Konsequenzen zu wiederholen.
    In unseren Kliniken behandeln wir sowohl Mediensucht als auch sonstige Verhaltenssüchte.

    Therapien

    Behandlung von Abhängigkeitserkrankungen

    Die Behandlung richtet sich nach der Art der Abhängigkeit, ihrem Schweregrad und eventuellen Begleiterkrankungen. Bei stoffgebundenen Süchten steht meist zunächst eine körperliche Entgiftung im Vordergrund, bevor psychotherapeutische Verfahren zum Einsatz kommen. Bei Verhaltenssüchten liegt der Fokus von Beginn an auf der Veränderung von Denk- und Verhaltensmustern. In unseren Kliniken profitieren rund 80% der Patienten von einer kognitiven Verhaltenstherapie, bei etwa der Hälfte davon lässt sich eine Symptomreduktion von rund 70% erreichen.

    Wie lange dauert eine Suchtbehandlung?

    Je nach Art und Schwere der Sucht dauert eine stationäre Behandlung in der Regel 4 bis 8 Wochen: Bei stoffgebundenen Süchten stehen eine 3-wöchige Entgiftungs- und Motivationsbehandlung oder eine 6- bis 8-wöchige umfassende Entwöhnungsbehandlung zur Wahl, bei Verhaltenssüchten empfiehlt sich meist ein Aufenthalt von 3 bis 6 Wochen. Ergänzend zur Psychotherapie kommen bei manchen stoffgebundenen Süchten auch Medikamente wie SSRI zum Einsatz, etwa um Begleiterscheinungen wie Angst oder depressive Verstimmungen zu lindern.

    Hilfe suchen

    Wann sollte man Abhängigkeitserkrankungen stationär behandeln lassen?

    Ein stationärer Aufenthalt empfiehlt sich vor allem, wenn die Abhängigkeitserkrankung bereits weit fortgeschritten ist oder ambulante Angebote nicht ausreichen.

    Nehmen Sie Kontakt mit uns auf. Vertrauensvoll und diskret.

    Ursachen einer Sucht

    Wie eine Abhängigkeit entsteht und was sie im Gehirn und im Leben der Betroffenen bewirkt

    Biologische Veranlagung
    Zwillings- und Familienstudien zeigen eine genetische Veranlagung, die unter anderem das Risiko für Alkoholabhängigkeit erhöhen kann. Ein einzelnes „Suchtgen" gibt es jedoch nicht – genetische Faktoren erhöhen lediglich die Wahrscheinlichkeit, machen aber niemanden zwangsläufig abhängig.
    Psychische Vorbelastung
    Vorbestehende psychische Erkrankungen wie Depressionen, Angststörungen oder ADHS, ein geringes Selbstwertgefühl und wenig ausgeprägte Problemlösestrategien erhöhen die Anfälligkeit für eine Suchterkrankung.
    Traumatische Erfahrungen
    Frühkindliche oder spätere Traumata – etwa Vernachlässigung, Missbrauch oder Gewalterfahrungen – zählen zu den bedeutendsten Risikofaktoren. Das Suchtmittel oder -verhalten übernimmt dabei häufig die Funktion, den mit dem Trauma verbundenen Schmerz zumindest kurzfristig erträglicher zu machen.
    Soziales Umfeld und Lebenssituation
    Kinder suchtkranker Eltern haben ein deutlich höheres Risiko, selbst abhängig zu werden. Auch ein einfacher Zugang zur Substanz, der Einfluss von Freundeskreis oder Arbeitsumfeld sowie eine schwierige familiäre oder soziale Situation spielen eine Rolle. Treffen diese Faktoren auf akute Belastungen wie Stress, Einsamkeit oder Langeweile, verschafft das Suchtmittel oder -verhalten zunächst Erleichterung – aus diesem Wechselspiel entsteht früher oder später ein Teufelskreis.
    Frau sitzt mit zwei Personen am Esstisch und reicht Brot weiter

    Wenn ich ein bisschen was trank, funktionierte ich im Job wie eine Eins. Aber je größer die Belastungen wurden, desto stärker wurde mein Verlangen nach Alkohol. Schließlich hat mein Körper selbst die Notbremse gezogen: Ich bin im Urlaub zusammengeklappt und im Krankenhaus aufgewacht. Jetzt bin ich seit acht Monaten trocken – und stolz darauf!

    Clemens G., 47 Jahre
    Patient der Oberberg Fachklinik Berlin Brandenburg
    Frau und Mann gehen durch eine grüne Außenanlage vor einem Klinikgebäude

    Sie können sich jederzeit an uns wenden – vertrauensvoll und diskret

    Sie möchten mehr Informationen zu unserem Behandlungsangebot, zur Ausstattung in den Kliniken oder zum Tagesablauf in einer unserer Kliniken?

    Dann würden wir uns freuen, wenn Sie mit uns persönlichen Kontakt unter der Telefonnummer 030 - 26478607 aufnehmen. Wenn Sie einen Rückruf für ein persönliches Gespräch vereinbaren möchten, füllen Sie bitte das Kontaktformular aus. Wir werden uns dann schnellstmöglich bei Ihnen melden.

    Fragen und Antworten

    Weitere Informationen zu Sucht und Abhängigkeitserkrankungen

    Welche psychischen Erkrankungen treten häufig gemeinsam mit einer Sucht auf?

    Mehr als die Hälfte aller Suchtkranken leidet zusätzlich an einer psychischen Erkrankung – am häufigsten Depression, Angststörungen, ADHS oder eine posttraumatische Belastungsstörung. Über 50% der Menschen mit ADHS entwickeln im Laufe ihres Lebens eine Suchterkrankung. Oft lindert das Suchtmittel zunächst Symptome der zugrunde liegenden Erkrankung – die Abhängigkeit ist dann meist nur die Oberfläche eines tieferliegenden Problems. Mehr dazu lesen Sie in diesem Artikel zu Doppeldiagnosen.

    Wie wirkt sich eine Sucht auf Angehörige aus (Co-Abhängigkeit)?

    Eine Abhängigkeitserkrankung betrifft selten nur die betroffene Person allein. Angehörige oder Lebenspartner entwickeln nicht selten unbewusst Verhaltensweisen, die die Sucht aufrechterhalten, statt sie zu durchbrechen – etwa indem sie Konsequenzen abfedern, Ausreden liefern oder Konflikte vermeiden, um den häuslichen Frieden zu wahren. Man spricht dann von Co-Abhängigkeit. Typisch ist dabei, dass die eigenen Bedürfnisse zunehmend hinter die Fürsorge für den Suchtkranken zurücktreten, was langfristig auch bei den Angehörigen selbst zu psychischer Belastung, Erschöpfung oder eigenen depressiven Symptomen führen kann. Eine erfolgreiche Behandlung berücksichtigt deshalb häufig auch das familiäre Umfeld.

    Welche Folgen hat eine unbehandelte Sucht?

    Unbehandelt schreitet eine Abhängigkeitserkrankung in der Regel fort statt sich von selbst zu bessern. Je nach Suchtmittel oder -verhalten drohen unterschiedliche körperliche Folgeschäden – etwa an Leber, Herz-Kreislauf-System oder Nervensystem bei stoffgebundenen Süchten. Hinzu kommen häufig psychische Folgeerkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen sowie soziale Folgen: Rückzug aus Familie und Freundeskreis, Konflikte am Arbeitsplatz bis hin zum Jobverlust, und bei Verhaltenssüchten wie Kauf- oder Spielsucht oft eine erhebliche Verschuldung.

    Mitarbeiterin begrüßt einen Mann am Empfang

    Kontaktaufnahme

    Eine Aufnahme in unsere Privatkliniken ist in der Regel zeitnah möglich.

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