Wissenschaftsförderung 2026: Oberberg Stiftung Matthias Gottschalt fördert innovative Projekte in der Sucht- und Präventionsforschung mit 60.000 €
21.04.2026
Die eingegangenen Anträge spiegeln die große Innovationskraft sowie die wissenschaftliche Relevanz aktueller Forschungsvorhaben im Bereich der Abhängigkeitserkrankungen wider. Nach einem sorgfältigen Begutachtungsprozess hat der Stiftungsvorstand drei Projekte zur Förderung mit insgesamt 60.000 € ausgewählt, die in besonderer Weise durch ihre wissenschaftliche Qualität, ihre klinische bzw. gesellschaftliche Relevanz sowie ihre Passung zu den Zielen der Stiftung überzeugen konnten.
Mit der Förderung dieser Projekte setzt die Oberberg Stiftung Matthias Gottschaldt ihr Engagement fort, wissenschaftliche Erkenntnisse zu fördern und deren Transfer in die Versorgungspraxis und Gesellschaft zu unterstützen.
Die geförderten Projekte im Überblick
Fit 4 Buy - Kompetenzorientierte Schulprävention problematischen Kaufverhaltens
- Medizin Campus OWL Ruhr-Universität Bochum
- Das Projekt untersucht die Rolle biologischer Geschlechtsunterschiede und epigenetischer Mechanismen im Zusammenhang mit stressinduziertem Alkoholverlangen. Im Fokus steht dabei das Oxytocin-Vasopressin-System, das zunehmend als potenzieller Ansatzpunkt für neue Therapieformen gilt. Mithilfe experimenteller Stressparadigmen sowie genetischer Analysen soll erforscht werden, wie biologische und psychologische Faktoren zusammenwirken und geschlechtsspezifische Unterschiede in der Stressreaktion und im Suchterleben beeinflussen. Ziel ist ein vertieftes Verständnis der neurobiologischen Grundlagen von Alkoholabhängigkeit, um langfristig differenziertere und individuell zugeschnittene Behandlungsansätze zu ermöglichen.
Theta-Burst-Stimulation bei Alkoholabhängigkeit
- Medizinische Einrichtungen des Bezirks Oberpfalz – KU
- Das Projekt widmet sich der Erforschung eines neuartigen neuromodulativen Behandlungsverfahrens. Untersucht wird die Wirksamkeit einer beschleunigten Theta-Burst-Stimulation, einer speziellen Form der transkraniellen Magnetstimulation, bei Patientinnen und Patienten mit Alkoholabhängigkeit. In einer kontrollierten Studie soll geprüft werden, ob dieses Verfahren das Verlangen nach Alkohol reduzieren und die Therapieergebnisse verbessern kann. Durch die Kombination moderner Stimulationsprotokolle mit hoher Behandlungsintensität zielt das Projekt darauf ab, neue evidenzbasierte Therapieoptionen für eine Erkrankung mit bislang hohen Rückfallraten zu entwickeln.
Die Rollen des biologischen Geschlechts und der Regulation des Oxytocin-Vasopressin-Systems im Zusammenhang mit stressinduziertem Alkoholverlangen
- Medizinische Hochschule Hannover
- Das Projekt verfolgt einen präventiven Ansatz und adressiert problematisches Kaufverhalten bei Jugendlichen. Ziel ist die Entwicklung und Pilotierung eines evidenzbasierten schulischen Präventionsprogramms, das junge Menschen im Umgang mit Konsum, digitalen Kaufanreizen und emotionalen Belastungen stärkt. Das Programm umfasst mehrere Module, die unter anderem Medienkompetenz, Impulskontrolle und Stressbewältigung fördern. Durch die schulische Implementierung und die langfristige Bereitstellung der Materialien soll ein nachhaltiger Beitrag zur Prävention von Verhaltenssüchten und zur Förderung psychischer Gesundheit im Jugendalter geleistet werden.
Ausblick
Die Oberberg Stiftung Matthias Gottschaldt plant, auch in Zukunft gezielt innovative Forschungsvorhaben zu unterstützen. Es ist vorgesehen, im vierten Quartal 2026 erneut Fördermittel für das Jahr 2027 auszuschreiben.
Kontakt:
Oberberg Stiftung Matthias Gottschaldt
Hausvogteiplatz 10
10117 Berlin
http://www.oberberg-stiftung.de/
info@oberberg-stiftung.de